Artischockenliebe – vom “Zutzeln” bis zum Herz

Französische Camus-Artischocke

Zutaten für einen Aperitif oder als Beilage:

Pro Person (inkl. Genießer-Kinder)
1 Artischocke, bei Babyartischocken auch 2 – Salzwasser – Saft von 1 Zitrone

Für die Mayonaise als Grundlage des Eierdips: 0,1l Mich – Olivenöl 

Für den Eierdip: 2 Eßl. Crème fraîche – 4 Eier – 1 Bund Schnittlauch – Saft von 1 Zitrone – Salz – Pfeffer

Einfache, aber feine Zutaten

Die Stiele der Artischocken etwas kürzen und von deren Blättern befreien. Ggf. am Artischockenkopf  ca. 1 cm der Artischocken-Blätter mit der Schere abschneiden. Einen großen Topf mit Wasser füllen, 2 Eßl. Salz sowie den Saft einer Zitrone hineingeben und die Artischocken ca. 30 min kochen (Wie bei Kartoffeln auch, mit einem Küchenmesser einfach in den Stiel schneiden und schauen, ob er schon weich ist.).

Für den Eierdip das Ölivenöl langsam in die Milch tröpfeln und mit einem Stabmixer verquirlen, bis eine deutsche = schwangerenfreundliche, da ohne rohes Ei, Mayonaise entsteht. Die gekochten Eier und den Schnittlauch klein schneiden und zusammen mit dem Zitronensaft und der Crème fraîche dazu geben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die gekochten Artischocken mit Eierdip

So … und jetzt zum anspruchsvollen Teil!

Wir unterscheiden zwischen zwei Varianten der Artischocke:

Einmal gibt es die Babyartischocke. Diese ist kleiner und länglicher in ihrer Form.
Wir beginnen mit den relativ harten, äußeren Blättern. Diese werden abgezupft und dann der helle, kleine, etwas dickere, untere Teil „gezutzelt“ (also zwischen den Schneidezähnen durchgezogen und somit das Innere des Blattes herausgezogen).
Interessant ist dabei, dass die Blätter immer weicher und heller werden und zum Schluss fast komplett gegessen werden können. Und noch interessanter ist, dass die Babyartischocke unter all ihren Blättern kein nichtessbares „Stroh“ hat, das vorm Genuß des Herzens erst entfernt werden muss.

Die schon „gezutzelten“ Artischockenblätter

Dann stößt man nämlich nach den Blättern sofort auf das Beste: Das Herz der Artischocke. Die Babyartischocke ist also perfekt für den (noch) nicht so geübten Artischocken-Genießer!
Und Genießer wird man hier automatisch, da es schon etwas Muse bedarf die Blätter sowohl einzeln auszuzupfen als auch “auszuzutzeln”.

Die junge, fast komplett essbare Babyartischocke (links die “gezutzelten” Blätter, mittig das Herz am Stiel, rechts die fast komplett essbaren, weichen Blätter)

Und dann gibt es noch die z.B. wunderschöne bretonische, runde Camus-Artischocke.

Die bretonische Camus-Artischocke

Hier ist das Stroh zwischen Blättern und Herz nicht essbar und muss z.B. mit einem Messer entfernt werden.

Das „Innere“ einer großen Artischocke ohne die äußeren, härteren, bereits „gezutzelten“ Blätter

Nach dem „Zutzeln“ kann man diese wunderschöne Pyramide mit einem Messer abtrennen …

Das noch mit „Stroh“ bedeckte Herz (Mitte)

… und das Stroh vom Herz abschaben.

Das vom Stroh freigelegte Herz am Stiel

Et voila! Wenn man geduldig war und es dann tatsächlich geschafft und nicht aufgegeben hat, wartet auch hier das zarte Herz auf uns!

Herz (in Rauls Hand) relativ klein, dafür ohne das nichtessbares „Stroh“ (links daneben)

Sehr fein, etwas herb im Geschmack und man weiß schon beim ersten Stück, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat! Aber eigentlich ist das ja oft so mit der Liebe … nicht nur bei den Artischocken und nicht nur in der Bretagne!

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